Schädel

ÔĽŅ
Schädel

* * *

Sch√§|del [' É…õ:dlŐ©], der; -s, -:
a) Kopf (als Gesamtheit der Knochen, die ihn bilden):
im Waldboden hat man einige Sch√§del gefunden; der Sch√§del ist zertr√ľmmert.
b) breiterer, gewölbter oberer Teil des Kopfes:
ein breiter, kahler Schädel.

* * *

Sch√§|del ‚Ć©m. 5‚Ć™
1. das Knochenger√ľst des Kopfes (Toten\Sch√§del)
2. ‚Ć©umg.‚Ć™ Kopf
‚óŹ mir brummt der \Sch√§del ich habe Kopfschmerzen, bin ganz benommen, √ľberarbeitet; mir dr√∂hnt der \Sch√§del ich habe Kopfschmerzen; du wirst dir noch den \Sch√§del einrennen ‚Ć©fig.; umg.‚Ć™ dein Eigensinn wird dir noch sehr schaden, sei doch nicht so hartn√§ckig; jmdm. den \Sch√§del einschlagen ihn t√∂ten, umbringen; sich den \Sch√§del (√ľber etwas) zermartern angestrengt, intensiv √ľberlegen ‚óŹ er hat einen dicken, harten \Sch√§del einen Kopf, der einen Sto√ü vertr√§gt; ‚Ć©fig.‚Ć™ er hat einen Dickkopf, er ist eigensinnig, unbelehrbar; ein hohler \Sch√§del Totenkopf; er hat einen hohlen \Sch√§del ‚Ć©fig.; umg.‚Ć™ er ist dumm; ein kahler \Sch√§del ein unbehaarter Kopf, Glatze ‚óŹ eins auf, √ľber den \Sch√§del bekommen, kriegen ‚Ć©umg.‚Ć™ einen Hieb auf den Kopf; jmdm. eins auf, √ľber den \Sch√§del geben, hauen ‚Ć©umg.‚Ć™ ihn auf den Kopf schlagen [<mhd. schedel ‚ÄěKnochen des Kopfes‚Äú, sp√§tmhd. auch Trockenma√ü, engl. skull; vielleicht auch ein alter Gef√§√üname]

* * *

Sch√§|del , der; -s, - [mhd. schedel = Sch√§del, H. u.; viell. urspr. = Gef√§√ü (zur m√∂glichen Bedeutungsentwicklung vgl. ‚ÜĎ Kopf)]:
1. Skelett des ‚ÜĎ Kopfes (1).
2. ‚ÜĎ Kopf (1) [in seiner vom Knochenbau bestimmten Form]:
ein mächtiger S.;
dem Opfer wurde der S. zertr√ľmmert;
jmdm. eins auf, √ľber den S. geben;
‚ėÜ jmdm. brummt der S. ‚ÜĎ (Kopf 1);
jmdm. raucht der S. ‚ÜĎ (Kopf 1);
einen dicken/harten S. haben (eigensinnig, starrköpfig sein);
sich <Dativ> [an etw.] den S. einrennen ‚ÜĎ (Kopf 1);
mit dem S. durch die Wand wollen ‚ÜĎ (Kopf 1);
jmdn. vor den S. sto√üen ‚ÜĎ (Kopf 1).
3. Verstand, ‚ÜĎ Kopf (3):
streng deinen S. mal an!;
‚ėÜ jmdm. nicht aus dem S. gehen/wollen ‚ÜĎ (Kopf 3);
jmdm. nicht in den S. [hinein]gehen/[hinein]wollen ‚ÜĎ (Kopf 3).

* * *

I
Schädel,
 
Kranium, Cranium, die Gesamtheit der Skelettst√ľcke des Kopfes der Wirbeltiere einschlie√ülich des Menschen.
 
Der Schädel des Menschen wird aus 22 Knochen gebildet, von denen 21 durch Knochennähte fest miteinander verbunden sind. Man unterscheidet den Gehirnschädel (Hirnschädel) vom Gesichtsschädel, die Grenze zwischen beiden verläuft vom Oberrand der Augenhöhle (Orbita) zum äußeren Gehörgang.
 
Der Gehirnsch√§del (Neurocranium) umh√ľllt das Gehirn. Durch verschiedene Knochenkan√§lchen verlaufen die Gehirnnerven sowie die Blutgef√§√üe, die das Gehirn versorgen. Zum Gehirnsch√§del geh√∂ren folgende Knochen: das Stirnbein (Os frontale; Frontale), das den oberen Rand der Augenh√∂hle bildet und die Stirnh√∂hle enth√§lt; die beiden Scheitelbeine (Ossa parietale; Parietale), die wesentlichen Teile des Sch√§deldaches bilden; die beiden Schl√§fenbeine (Ossa temporale; Temporale), die wiederum aus drei Knochen bestehen (Felsenbein, Schl√§fenbeinschuppe, Trommelfellbein); das Hinterhauptbein (Os occipitale; Okzipitale) mit Hinterhaupth√∂cker und dem gro√üen Hinterhauptloch (Foramen), in dem das verl√§ngerte Mark verl√§uft; das Keilbein, das eine Grube enth√§lt (T√ľrkensattel; Sella turcica), in die die Hirnanhangdr√ľse eingebettet ist. Darunter befindet sich die Keilbeinh√∂hle. Das Keilbein steht mit allen Knochen des Gehirnsch√§dels und mit den meisten Knochen des Gesichtssch√§dels in Verbindung.
 
Der v. a. von den Skelettelementen der Kiemenbögen des Kiemendarms der niederen Wirbeltiere phylogenetisch ableitbare Gesichtsschädel (Viscerocranium) setzt sich in der Hauptsache aus dem Oberkieferknochen, dem Gaumen-, Wangen-, Nasen-, Tränen- und Pflugscharbein sowie dem beweglich verankerten Unterkieferknochen zusammen. Zum Gesichtsschädel zählen auch das Zungenbein und die Gehörknöchelchen.
 
Die Knochen des Sch√§dels werden teils durch Knorpelfugen, teils durch N√§hte miteinander verbunden. Bei Neugeborenen ist die Verkn√∂cherung noch unvollkommen (Fontanellen). Die Naht zwischen Stirnbein und den beiden Scheitelbeinen hei√üt Kranznaht, zwischen Hinterhauptbein und den Scheitelbeinen Lambdanaht, zwischen Schl√§fenbeinschuppen, gro√üem Keilbeinfl√ľgel und Hinterhauptbein Schuppennaht und zwischen den beiden Scheitelbeinen Pfeilnaht.
 
Die Bewegungen des Kopfes erfolgen zum Teil im Gelenk zwischen Hinterhauptbein und Atlas, dem oberen Kopfgelenk, v. a. aber durch die besondere Beweglichkeit der Halswirbelsäule.
 
 
Die urspr√ľngliche Ausbildungsform des Sch√§dels war das ganz aus Deckknochen bestehende Dermatocranium. W√§hrend der stammesgeschichtlichen Weiterentwicklung kamen noch Ersatzknochen hinzu. Im Verlauf der Embryoentwicklung folgt der ersten bindegewebigen Sch√§delanlage (Desmocranium, h√§utiges Primordialkranium, h√§utiger Primordialsch√§del) als Zwischenstufe der Knorpelsch√§del, der nach der Geburt zum Knochensch√§del wird.
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
 
Schädel und Schädel-Hirn-Trauma
 
Schädel: Schädelbasis, Schädelnähte und Fontanellen
 
Schädel: Gesichtsschädel, Gesichtsspalten und Nasenscheidewand
 
II
Schädel,
 
1) ҆eŐ£del' [ É-], Gottfried, Baumeister, * Wandsbek (heute zu Hamburg) nach 1680, ‚úĚ Kiew 21. 2. 1752; kam 1713 mit A. Schl√ľter nach Sankt Petersburg und baute u. a. dort f√ľr den F√ľrsten A. D. Menschikow ein Palais (1713-16) und Schloss Oranienbaum (1710-25) bei Sankt Petersburg (beide mit Giovanni Maria Fontana). In Kiew errichtete er u. a. die Glockent√ľrme des H√∂hlenklosters (1731-45).
 
¬†2) Hans, Architekt, * Randersacker (bei W√ľrzburg) 14. 2. 1910, ‚úĚ ebenda 31. 12. 1996; schuf neben Siedlungsbauten und st√§dtebaulichen Entw√ľrfen zahlreiche bedeutende Kirchen. Durch seine r√§umlichen Konzeptionen gab er dem deutschen Kirchenbau nach 1945 neue Anst√∂√üe. 1946-74 leitete er das bisch√∂fliche Bauamt in W√ľrzburg. Sein Hauptwerk ist der Wiederaufbau des 1945 ausgebrannten W√ľrzburger Doms (bis 1967).
 
Werke: Sankt Kilian in Schweinfurt (1951); Sankt Alphons in W√ľrzburg (1952-54); Maria Regina Martyrum der Gedenkst√§tte Pl√∂tzensee in Berlin-Charlottenburg (1961-63); Santa Thekla in Ochsenfurt (1962-65); Sankt Joseph in W√ľrzburg-Oberd√ľrrbach (1969).
 
 
Aufbruch im Kirchenbau. Die Kirchen von H. S., bearb. v. J. Lenssen (1989).

* * *

Sch√§|del, der; -s, - [mhd. schedel = Sch√§del; Trockenma√ü, H. u.; viell. urspr. = Gef√§√ü (zur m√∂glichen Bedeutungsentwicklung vgl. ‚ÜĎKopf)]: 1. Skelett des Kopfes (1): der S. eines Neandertalers, einer fossilen Riesenechse; den S. aufmei√üeln; die Knochen des menschlichen -s; der Roboterarm ... navigiert punktgenau zur anvisierten Stelle des freipr√§parierten -s (Woche 14. 11. 97, 29); Es sei besser, zu erfrieren, als r√ľcklings erschlagen zu werden, mit gespaltenem S. umzusinken (Jahnn, Nacht 98). 2. ‚ÜĎKopf (1) [in seiner vom Knochenbau bestimmten Form]: ein runder, kantiger, m√§chtiger S.; hart und kompakt war sein eif√∂rmiger S. mit dem kurz geschorenen br√§unlichen Haar (Maass, Gouff√© 13); Sein S. ist spitz wie ein Zuckerhut, von einem zottigen Haarkranz umwachsen (Imog, Wurliblume 86); dem Opfer wurde der S. eingeschlagen, zertr√ľmmert; sich an etw. den S. einrennen (ugs.; sich an etw. heftig den Kopf sto√üen); Auf seinem nackten S. standen viele Schwei√üperlen (Fallada, Herr 198); Es trommelt in meinem S. (im Innern meines Kopfes; Hacks, St√ľcke 134); Mit kahlgeschorenem S. war er von Dachau zur√ľckgekommen (K√ľhn, Zeit 366); G√∂nnern fuhr sich mit der Hand √ľber den kahlen S. (Plievier, Stalingrad 196); jmdm. eins auf, √ľber den S. geben; *jmdm. brummt der S. (‚ÜĎKopf 1); jmdm. raucht der S. (‚ÜĎKopf 1); einen dicken/harten S. haben (einen Dicksch√§del haben); sich <Dativ> [an etw.] den S. einrennen (‚ÜĎKopf 1); mit dem S. durch die Wand wollen (‚ÜĎKopf 1); jmdn. vor den S. sto√üen (‚ÜĎKopf 1). 3. Verstand, ‚ÜĎKopf (3): streng deinen S. mal an!; Ich hatte nur ein paar fixe Ideen im S. (Fels, S√ľnden 49); Es ist verdammt, was f√ľr Bl√∂dsinn einem in kritischen Momenten in den S. kommt (Remarque, Triomphe 386); *jmdm. nicht aus dem S. gehen/wollen (‚ÜĎKopf 3); jmdm. nicht in den S. [hinein]gehen/[hinein]wollen (‚ÜĎKopf 3).

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sch√§del ‚Ķ   Deutsch W√∂rterbuch

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sch√§del: Das im anatomischen Bereich im Sinne von ¬ĽSkelett des Kopfes¬ę und allgemeinsprachlich in der Bedeutung ¬ĽKopf (in seiner vom Knochenbau bestimmenden Form)¬ę gebrauchte Wort ist erst mhd. bezeugt als schedel (im 14. Jh. auch f√ľr ein… ‚Ķ   Das Herkunftsw√∂rterbuch

  • Sch√§del ‚ÄĒ (Hirnsch√§del, Cranium; hierzu Tafel ¬ĽSch√§del des Menschen¬ę mit Text), im weitern Sinne das Kopfskelett der Wirbeltiere, im engern Sinne nur die knorpelige oder kn√∂cherne Kapsel f√ľr ihr Gehirn. Dem urspr√ľnglichsten, nur mit der R√ľckensaite (Chorda ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sch√§del,der:1.‚á®Kopf(1)‚Äď2.dickerS.:‚á®Eigensinn;einenharten/dickenS.haben:‚á®eigensinnig(2);einenhohlenS.haben:‚á®dumm(6);denS.einschlagen:‚á®erschlagen(1) Sch√§del‚ÜíKopf ‚Ķ   Das W√∂rterbuch der Synonyme

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sm std. (13. Jh.), mhd. schedel, hirnschedel, mndl. sc(h)edel Deckel, Augenlid Stammwort. Herkunft so unklar wie bei dem lautlich √§hnlichen ne. skull Sch√§del ; vermutlich aber urspr√ľnglich Bezeichnung eines Gef√§√ües. Zu dem √§lteren Wort gibel;… ‚Ķ   Etymologisches W√∂rterbuch der deutschen sprache

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sch√§del, s. Hirnsch√§del ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Sch√§del ‚ÄĒ (cranium), in der Anatomie das kn√∂cherne Geh√§use zur Besch√ľtzung des Gehirns. Er wird gebildet: aus den Sch√§delknochen, dem Stirnbein, den beiden Scheitelbeinen, dem Hinterhauptsbein, dem Keilbein u. den beiden Schl√§fenbeinen. Die meisten… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sch√§del, Bernhard ‚Ķ   Enciclopedia Universal

  • Sch√§del ‚ÄĒ Sch√§del, Cranium, Kopfskelett der Wirbeltiere; Vorderpol des K√∂rpers. Der Grundtyp des S. ist das Primordialcranium (Knorpelsch√§del) der Rundm√§uler, Knorpelfische und des Embryonalstadiums aller Wirbeltiere. Es besteht morphologisch und… ‚Ķ   Deutsch w√∂rterbuch der biologie

  • Sch√§del ‚ÄĒ ‚ÜĎCranium ‚Ķ   Das gro√üe Fremdw√∂rterbuch

  • Sch√§del ‚ÄĒ ¬†Sch√§del Sch√§dels ‚Ķ   Hochdeutsch - Plautdietsch W√∂rterbuch


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.